Der Trialog

Borderline-Betroffene, Angehörige/Bekannte, Experten/ Professionelle Helfer

Der Borderline-Trialog bietet Erfahrungs- und Wissensaustausch mit Betroffenen, Angehörigen und Fachleuten einen Zugewinn an Verständnis und ermöglicht durch den Perspektivenwechsel neue Lösungen für den gemeinsamen Alltag.

Borderline-Betroffene können selbst sehr anschaulich und nachvollziehbar Einblicke in das Leben mit der Borderline Persönlichkeitsstörung geben. Gleichzeitig können Angehörige und Fachleute die Herausforderungen in ihrer Rolle als Unterstützer immer wieder neu reflektieren und kommunizieren.

Borderline erklären – ein Versuch einer Betroffenen:

Stellen Sie sich vor, unsere Gefühle, die Gefühle in uns, wären ein Pferd. Jeder von uns hätte sein eigenes Pferd, auf welchem er durchs Leben reiten darf, bzw. muss.

Wir, Menschen mit Borderline, reiten auf Araber Hengsten, die ja bekannt sind für ihr starkes Temperament und ihren Hang ziemlich plötzlich „durchzugehen“. Sie sind sicher nicht das Schlechteste, was es an Reitpferden gibt, doch es braucht einiges an Reitkunst, wenn man an solch einem Tier ins Rennen gehen will. Kaum ein Mensch würde auf die Idee kommen ein kleines Kind, welches noch nie auf einem Pferd gesessen hat, auf den Rücken eines wilden Araber Hengstes zu setzen.

Mit uns Borderline-Menschen wurde jedoch genau dies gemacht. Wenn wir dann überfordert sind und aus dem Sattel fallen, sieht man uns meist verdutzt an.

Trialog – warum?

Die Borderline Persönlichkeitsstörung rückt als Diagnose stärker in das Licht der Öffentlichkeit und ist mit reichlich Vorurteilen und Ratlosigkeit belastet. Bei allen Beteiligten sind dennoch enorme Kompetenzen vorhanden, die es gemeinsam zu nutzen gilt.

In Form des Trialogs wollen die VeranstalterInnen Bemühungen in Gang setzen, die Borderline Persönlichkeitsstörung besser zu verstehen, gemeinsam Lösungswege zu finden und damit gleichzeitig auch gesellschaftlicher Stigmatisierung entgegenzuwirken.

 

Trialog – wie?

Um eine gute Austausch- und Gesprächsbasis zu schaffen,

… vermeiden wir Bewertungen und Verurteilungen

… nehmen wir unsere unterschiedlichen Rollen als gleichberechtigt wahr,

… wissen wir, dass Wahrheit subjektiv ist.

Geschichte des Münchner Borderline-Trialogs:

In anderen deutschen Städten gibt es den Borderline Trialog teilweise schon seit Jahren. Im Herbst 2014 fanden sich die ersten InteressentInnen zusammen, um darüber zu sprechen wie sich ein Trialog auch in München etablieren könnte. Nach mehreren Treffen mit Angehörigen, Betroffenen und professionellen Helfern entstand die heutige Mitgründergruppe.

Mit viel, zum großen Teil ehrenamtlichen Engagement, war es möglich den Trialog zum ersten Mal im Frühling 2015 starten zu lassen.

Seitdem findet der Trialog zweimal jährlich, einmal im Frühling und einmal im Herbst, statt.